Datum: 03.02.2026

Was: Umfangreiche Veröffentlichung zu Rheinpanoramen, s. 200 Jahre Rhein-Panoramen | Rolf-Barnim Foth | ISBN 978-3-9824852-9-4 | ISBN 9783982485294

Quelle: Rolf-Barnim Foth in einer Mail 

Kurzhinweis: Zum Thema „Rheinlaufkarten“ erreichte mich vor wenigen Tagen die beinahe ‚lapidare‘ Nachricht von Dr. Rolf-Barnim Foth: „Seit einem Monat ist mein Handbuch zur Geschichte der Rheinpanoramen raus.“ Nun soll hier keine Werbung gemacht werden, aber die nachstehenden persönlichen Bemerkungen seien gestattet.

Was Dr. Foth, der vor wenigen Jahren erst ein Buch über Friedrich Wilhelm Delkeskamp, den Meister der (Rhein-)Panoramen, veröffentlichte, verschwieg: Es handelte sich bei seinem ‚Handbuch‘ um eine über 450-seitige Darstellung, in die mehr als 90 Rheinpanoramen aufgenommen wurden. Und ‚aufgenommen‘ heißt bei Foth: Es gibt nicht nur eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Panoramen, ihrer Geschichte und ggf. der Varianten bei mehreren Auflagen, ergänzt wird eine ausführliche Geschichte des Druckhauses und Verlages, der Urheber der Stahlstiche inkl. biographischer Notizen, dazu eine oft ganzseitige Darstellung des Panoramas mit detaillierten Hinweisen zu einzelnen Ausgaben. Mit anderen Worten: Wer sich mit Rheinpanoramen, frühem Rheintourismus und Rheinromantik beschäftigt, kommt an diesem umfangreichen Werk nicht vorbei. Leider ist es derzeit vergriffen.

Einen Eindruck soll ein kurzer Ausschnitt aus dem Rheinpanorama von Tobias Habicht aus Bonn (1791-1867) vermitteln (zur besseren Einordnung: Der gesamte Text zu diesem Panorama ist inkl. bildl. Darstellungen viereinhalb Seiten lang):

„32. HABICHT, BONN
Tobias Habicht (1791-1867) gründete seine Buchhandlung mit Verlag 1825 und spezialisierte sich auf theologische Literatur und Ansichtenwerke vor allem zum heimatlichen Bonn und der näheren Umgebung, Rhein, Ahrtal und Siebengebirge.222 Eine erste, noch spärlich bebilderte Karte, Der Lauf des Rheins von Basel bis Rotterdam, veröffentlichte er 1842 als Beilage zum sehr erfolgreichen, in vier Auflagen bis 1855 erschienenen Führer am Rhein von seiner Quelle bis zur Mündung. Ein Handbuch für Freunde der schönen Natur, der Kunst und des Alterthums, mit ausgewählten Balladen und Liedern. Besonders malerische Ansichten mit [40] hübschen Stahlstichen. u.a. von Mainz, Lureley, Boppard, Andernach, Oberlahnstein, Bonn, Cöln, Düsseldorf. Diese 125 x 17,5 cm große Lithographie war auch separat erhältlich und offensichtlich in Zusammenarbeit mit dem Verlag von J. Bagel in Wesel entstanden, der diese Karte bereits 1840 in zweiter Auflage mit Vignetten und Stadtplänen herausgebracht hatte sowie mit einer „Farben-Erklärung“, mit der die Territorien von Holland, Preußen, Nassau, Hessen-Darmstadt, Frankfurt, Baden, Bayern, Frankreich, Württemberg und der Schweiz handkoloriert abgegrenzt wurden. Bagel setzte unter sein Panorama seinen Verlagsnamen, Habicht dagegen bezeichnete die Karte in einer Eigenwerbung in seinem Führer am Rhein als in seinem Verlag erschienen. Eine andere Fassung, in der Bagel seinen Rheinlauf am Rand mit den aktuellen Streckenplänen der Eisenbahnen ausgestattet hatte, gab Habicht 1851 der zweiten Auflage seines Führers mit. Die Streckenpläne ließ er aber abschneiden – in der Fassung der Staatsbibliothek Berlin (Sign. S 1482) allerdings so schlampig, dass der ursprüngliche Druck erkennbar blieb. Dass Habicht auch diese Auflage von Bagel nutzte, ohne ihn als Urheber kenntlich zu machen, macht es wahrscheinlicher, dass es sich nicht um eine Raubkopie handelte und beide Verlage systematisch zusammenarbeiteten. Anders als die diebischen Kölner Nachbarn, die vom rheinisch-französischem Recht geschützt die damals ausländischen Frankfurter gern raubkopierten, hatte Habicht das Urheberrecht innerhalb von Preußen zu respektieren, zu dem Wesel, Bagels Verlagsstandort, ebenso gehörte wie seinerzeit Bonn.“

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Datum: 23.12.2024

Was: Neue Veröffentlichungen zu Delkeskamp, der Meister der Panoramen

Quelle: Mail an den Verfasser

Kurzhinweis: U Den Verfasser dieses Themas „Rheinlaufkarten“ erreichte vor wenigen Tagen folgende Nachricht von Dr. Rolf-Barnim Foth (rbfoth@t-online.de):

„Inzwischen ist zu Delkeskamp eine umfangreiche Bild-Biographie entstanden, sogar in englischer Übersetzung und beim Verlag kostenlos herunterladbar. Mitte 2025 wird ein wiss. Buch aus Anlass des 200. Geburtstages des Rheinpanoramas herauskommen – mit der Geschichte der rund 90 beteiligten Verlage und der Beschreibung von mehr als 400 Panoramen.“ Näheres unter: http://www.edition-kentavros.eu/13.html

Das informative 12-seitige Infoblatt zu Delkeskamp kann kostenfrei hier heruntergeladen werden: http://www.edition-kentavros.eu/resources/Meister+der+Panoramen-Onlineinfo.pdf

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Datum: 30.08.2021

Was: Ein Baedeker des 17. Jahrhunderts

Quelle: Die Gartenlaube 1875, Heft 35, S. 588-591, Download unter: Der „Bädeker“ des siebenzehnten Jahrhunderts – Wikisource; das Original im Download unter: Martini Zeilleri Fidus Achates, Oder Getreuer Reißgefert, Welcher Seinen … – Martin Zeiller – Google Books

Kurzhinweis: Hier geht es nicht um Rheinlaufkarten, sondern um das Reisen im 16. und 17. Jahrhundert. So wie Adlerflycht und Delkeskamp auf anschauliche Weise (und dabei kurz und bündig) die Reiseroute entlang des Mittelrheins skizziert haben, so entführt uns der Reiseschriftsteller und Geograph Martin Zeiller (s. Deutsche Biographie – Zeiller, Martin (deutsche-biographie.de) im Jahr 1650 auf insgesamt 160 Reisen durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bis hin zur Republik Venedig – Reisen, die er teils selbst durchlebt, teils als Polyhistor aus anderen Werken kompilierte. Interessant sind vor allem die ersten 60 Seiten seines Fidus Achates, in denen er das Reisen zu seiner Zeit in mehreren Abschnitten beschreibt. Eine Kurzfassung findet sich im Bericht in der „Gartenlaube“.   

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